Leistungen für Mehrbedarf - Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe

Frauen, die Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe in Anspruch nehmen, können im Fall einer Schwangerschaft (bzw. bei der Erziehung eines oder mehrerer Kinder) einen Mehrbedarf beim Lebensunterhalt geltend machen. Da die Leistungen für Mehrbedarf in der Regel nicht rückwirkend gezahlt werden, ist es wichtig, dass sie schnellstmöglich bei der Bundesagentur für Arbeit bzw. beim Sozialamt beantragt werden.

Mehrbedarf für Schwangere ab der 13. Woche

Ab der 13. Schwangerschaftswoche bekommen Schwangere zusätzliche 17% auf ihre Regelleistung. Bei einer volljährigen Schwangeren, die ledig ist und den Regelsatz von 359 Euro im Monat bekommt, sind das weitere 61 Euro monatlich.

Mehrbedarf für Alleinerziehende

Alleinerziehende erhalten Leistungen für einen Mehrbedarf von bis zu 60% der Regelleistung. Die Höhe des zusätzlich bewilligten Mehrbedarfs hängt dabei von der Anzahl und dem Alter der Kinder ab.

  1. Eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind unter sieben Jahren erhält zusätzliche 36%. Beim Regelsatz von 359 Euro monatlich sind das zusätzliche 129 Euro.

  2. Eine alleinerziehende Mutter mit zwei oder mehr Kindern unter 16 Jahren erhält ebenfalls zusätzliche 36%.

  3. Eine alleinerziehende Mutter mit fünf Kindern unter 18 Jahren erhält für jedes Kind zusätzlich 12%, insgesamt also 60%. Ausgehend vom Regelsatz sind das zusätzlich 215 Euro im Monat.


Leistungen für einmalige Bedarfe

Außerdem kann eine Schwangere bzw. Mutter einen Antrag auf Leistungen für einmalige Bedarfe stellen, und zwar auf:

  • Erstausstattung der Wohnung (z.B. Kühlschrank, Herd oder Waschmaschine),

  • Baby-Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt (in der Regel nur einmalig pro Haushalt, z.B. Kinderwagen, Kinderbett, Bettwäsche, Wickelauflage, Kinderbadewanne etc.),

  • Unterstützung für mehrtägige Klassenfahrten des Kindes.


Regelleistung für Kinder, deren Mütter Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe bekommen

Ein Kind, dessen Mutter Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe bekommt und das mit seiner Mutter im selben Haushalt lebt, gehört der Bedarfsgemeinschaft der Mutter an. Deshalb hat es Anspruch auf Sozialgeld (bei Arbeitslosengeld II) bzw. Sozialhilfe. Bei Kindern unter fünf Jahren sind das 60% des Regelsatzes.


Eine minderjährige Mutter, die noch im Haushalt ihrer Eltern lebt, kann unter Umständen ebenfalls Arbeitslosengeld II bzw. Sozialhilfe beantragen. Informationen diesbezüglich gibt die Bundesagentur für Arbeit oder das zuständige Sozialamt.